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Dast-e-Shafqat [Social Projects for Women in Pakistan]
Aktuell

August 24,2008
Anonymisierte Auswahl von Fällen und Schicksalen
In dieser Rubrik stellen wir eine anonymisierte Auswahl von Fällen und Schicksalen vor, die einen Einblick in die Realität der Frauen in Pakistan und in die Arbeit von Dast-e-Shafqat erlauben. Zum Schutz der Frauen werden fiktive Namen verwendet.
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May 13,2008
Tätigkeitsbericht 2007
Kurzbericht über die Aktivitäten von Dast-e-Shafqat im vergangenen Jahr.
                                       

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May 12,2008
Dast-e-Shafqat unterstützen
Auch 2008 ist Dast-e-Shafqat auf Ihre Unterstützung angewiesen.
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February 26,2008
Artikel zu Menschenrechtsthemen in Pakistan
Hintergrundartikel zur Sitation der Frauen und Mädchen in Pakistan und zur aktuellen Gesetzgebung         

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April 10,2007
Diverse Berichte
Im Beisein von VertreterInnen der Schweizer Botschaft in Islamabad fand am 4. April 2007 die offizielle Eröffnung des Frauenzentrums Dast-e-Shafqat statt.

Diplomübergabe am 7. November 2007

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Dast-e-Shafqat
Aktuell
August 24,2008
Anonymisierte Auswahl von Fällen und Schicksalen
In dieser Rubrik stellen wir eine anonymisierte Auswahl von Fällen und Schicksalen vor, die einen Einblick in die Realität der Frauen in Pakistan und in die Arbeit von Dast-e-Shafqat erlauben. Zum Schutz der Frauen werden fiktive Namen verwendet.

Tayaba, 35 Jahre
Tayaba und ihr Mann leben seit dem verheerenden Erdbeben in Kashmir (2005) bei Bekannten in Bhara Kau, einem Vorort von Islamabad. Beide sind arbeits- und mittellos und haben immer noch mit physischen und psychischen  Folgen des Erdbebens zu kämpfen. Tayaba sucht die Anlaufstelle Dast-e-Shafqat während einiger Zeit fast täglich wegen irgendeines medizinischen Problems oder 'einfach so auf eine Tasse Tee' auf. Irgendwann erwähnt sie beiläufig "ein weiteres Problem" und zeigt uns Striemen auf dem Rücken, die wahrscheinlich von einem Gürtel herrühren. Ihre Oberarme weisen zudem Vernarbungen auf, die ziemlich sicher von ausgedrückten Zigaretten stammen. Tayaba verweigert jedoch ein weiteres Gespräch zu diesem Thema, versichert, dass ihr Mann sehr fürsorglich sei und möchte sich auf keine Diskussion einlassen, wer ihr das angetan hat. Nach wie vor kommt Tayaba in unregelmässigen Abständen in die Anlaufstelle - und wird sich hoffentlich eines Tages dem Team anvertrauen.

Shabana, 17 Jahre
Shabana ist seit einem knappen Jahr verheiratet und im 7. Monat schwanger. Sie wird regelmässig von ihrem Mann geschlagen und ihrer Schwiegermutter misshandelt. Nach heftigen Schlägen mit einem Eisenrohr muss sie sogar genäht werden. Dast-e-Shafqat wird im März 2007 von Shabanas Vater kontaktiert und um Unterstützung angefragt. Da er einer sehr armen Familie angehört, hat er im weitgehend korrupten Polizei- und Justizwesen keinerlei Möglichkeiten, gegen die Peiniger seiner Tochter vorzugehen. Auf Anraten von Dast-e-Shafqat gelingt es dem Vater, die Schwiegerfamilie seiner Tochter davon zu überzeugen, dass diese ein paar Tage zu Besuch in ihr Elternhaus zurückkehren darf. Dast-e-Shafqat organisiert gleichentags eine sichere Unterkunft für Shabana, da sie in ihrem Elternhaus jederzeit von ihrem Mann belästigt und bedroht werden könnte und leitet eine Anzeige gegen die Schwiegerfamilie ein.

Faridah, 20 Jahre
Faridah wurde als Neunzehnjährige mit einem Mann aus einer verfeindeten Familie verheiratet, um damit eine langjährige Fehde zwischen den Familien zu beenden. Dadurch hatte Faridah in ihrer Schwiegerfamilie von Anfang an einen sehr schweren Stand. Die Frauen der Familie quälten sie und zeigten ihr jeden Tag von neuem, dass sie nicht willkommen war. Von ihrem Mann wurde sie regelmässig wegen belangloser Kleinigkeiten geschlagen. Faridah suchte die Unterstützung ihrer Familie und ersuchte ihren Vater, sie wieder zuhause aufzunehmen. Doch dieser wies sie nur zurecht und gab ihr zu verstehen, dass eine pakistanische Frau solche Situationen klaglos aushalten müsse. Die Gewalttätigkeiten von Faridah's Mann wurden mit der Zeit immer schlimmer und unberechenbarer. Faridah fürchtete, dass er sie bei der nächsten Gelegenheit umbringen würde. Im Oktober 2007 floh sie und ersuchte bei Dast-e-Shafqat um Aufnahme im Schutzhaus. Während ihres viermonatigen Aufenthalts wurde die Scheidung eingeleitet. Faridah lebt heute wieder bei ihren Eltern. Sie leidet noch immer an den traumatischen Erfahrungen ihrer Ehe.

Shazia, 35 Jahre
Shazia ist Mutter von drei Kindern zwischen 5 - 9 Jahren. Über 10 Jahren lebte sie mit ihrem gewalttätigen Ehemann zusammen. Shazia unternahm mehrere Versuche, ihren Mann zu verlassen, aber seine Drohungen, sie umzubringen oder ihr die Kinder wegzunehmen, hielten sie immer von diesem Schritt ab. Nachdem ihr Mann eines Tages versuchte, sie zu erwürgen, entschloss sie sich, das Risiko einzugehen und zu fliehen. Eine gute Freundin vermittelte sie an Dast-e-Shafqat, wo sie mit ihren Kindern aufgenommen wurde. Doch die Familie konnte nicht zur Ruhe kommen: Shazia's Mann erwirkte einen Gerichtsentscheid, wonach Shazia die Kinder weggenommen und in die Obhut des Vaters gegeben werden sollten. Die bereits traumatisierten Kinder wurden von der Polizei abgeholt und zu ihrem Vater gebracht. Shazia ist mittlerweile von ihrem Mann geschieden und hat sich eine eigene Wohnung gemietet. Ihr Ex-Mann unterbindet jeglichen Kontakt mit den Kindern. Die Trennung von ihren Kindern ist sehr schmerzhaft für Shazia. Sie setzt nun sämtliche Energien in die Erlangung des Sorgerechts oder zumindest einer Besuchserlaubnis.

Sensibilisierung und Austausch zum Thema  «häusliche Gewalt »
Dast-e-Shafqat führt regelmässig Informations- und Sensibilisierungskurse zum Thema häusliche Gewalt durch. Durch die Workhops möchten wir auf die Thematik der häuslichen Gewalt sensibilisieren und die Frauen ermutigen, das Schweigen zu brechen und über häusliche Gewalt zu sprechen. Weiter sollen Lösungsansätze und Möglichkeiten, Opfer von häuslicher Gewalt zu unterstützen, gemeinsam mit den Betroffenen erarbeitet werden. Ein wichtiges Ziel ist es, eine ständige und geschützte Plattform für den Austausch von Gewalterfahrungen anzubieten. Von Gewalt betroffene Frauen sind in der Regel grosser Isolation ausgesetzt und wagen es nicht, mit jemandem über ihre Erfahrungen zu sprechen. Durch die Diskussionsgruppen in geschütztem Rahmen und die Möglichkeit für unverbindliche Einzelgespräche und -Beratungen kann diese Isolation aufgebrochen und das Gefühl des Alleinseins gestoppt werden.

«Nach jedem Besuch im Frauenzentrum fühle ich mich leicht und spüre wieder Energie, um meinen Alltag anzugehen. Es tut gut, sich mit anderen Frauen auszutauschen, die sich in ähnlichen Situationen befinden. Ich fühle mich nicht mehr so allein gelassen.» Habiba, verheiratet, zwei Töchter. Sie wird regelmässig von ihrem Mann geschlagen und von ihrer Schwiegermutter erniedrigt.

«Ich komme regelmässig ins Frauenzentrum Dast-e-Shafqat, weil ich hier wie ein Mensch behandelt werde. Hier kann ich sprechen, weinen und lachen -  und niemand urteilt über mich oder will über mich bestimmen. Ich kann meinen Mann aus kulturellen Gründen nicht verlassen. Aber ich bin froh, dass ich jetzt einen Ort und Menschen kenne, an die ich mich im Notfall wenden kann. ». Parveen  wurde von einer Freundin auf Dast-e-Shafqat aufmerksam gemacht. Sie kann keine Kinder kriegen und wird deshalb von ihrem Mann und dessen Familie als wertlos angesehen, ständig erniedrigt und misshandelt.






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May 13,2008
Tätigkeitsbericht 2007
Anlauf- und Beratungsstelle
Dast-e-Shafqat hat sich in der Region als Zentrum für Frauen etabliert und geniesst mittlerweile breite Akzeptanz. Aus Sicherheitsgründen sorgen wir bewusst dafür, dass vor allem der Aspekt Bildung öffentliche Aufmerksamkeit erhält. Der rege Kursbetrieb im Zentrum garantiert den Frauen zudem eine diskrete und unverbindliche Kontaktaufnahme mit der Anlaufstelle.
Viele Frauen haben aufgrund von langjährigen Gewalterfahrungen und Isolation jegliches Selbstwertgefühl verloren und leiden unter Angstzuständen und Depressionen. In der Anlaufstelle haben sie die Möglichkeit, mit Mitarbeiterinnen und anderen Betroffenen über ihre Situation zu sprechen und mögliche Perspektiven zu diskutieren. Oft besuchen Frauen mit ihren bereits verheirateten Töchtern, die sich in schwierigen familiären Situationen befinden, die Beratungsstelle. Viele Frauen ersuchen um Unterstützung bei der Schlichtung mit der Schwiegerfamilie, den eigenen männlichen Familienangehörigen oder sie benötigen eine Begleitung bei Behördengängen (Anzeige bei der Polizei, Einleitung Gerichtsverfahren). Jeden Sonntag und zusätzlich auf Terminvereinbarung führt eine Anwältin unentgeltliche familienrechtliche juristische Beratungen durch.

Bildung
Seit der Eröffnung des Bildungszentrums Dast-e-Shafqat im Oktober 2006 haben rund 200 Frauen einen oder mehrere Ausbildungskurse absolviert. Besonders beliebt sind die Näh- und Kosmetikkurse, da diese den Frauen die Generierung eines eigenen Einkommens ermöglichen, ohne dass sie „ausser Haus" arbeiten müssen. Im vergangenen Jahr fanden ebenfalls mehrere ein- bis dreimonatige Computer- und Englischkurse statt. Diese Kurse dienen vor allem der Stärkung des Selbstbewussteins. Im November 2007 fand eine feierliche Übergabe der Diplome für die Ausbildungskurse in Nähen, Sticken und Kosmetik statt.

Sicherer Wohnraum
Im Wohnheim lebten übers ganze Jahr 2007 hinweg immer zwischen acht bis15 Frauen und Mädchen. Die Bewohnerinnen halten sich aus verschiedenen Gründen für kurze oder längere Zeit im Zentrum auf: Mehrere Frauen waren Opfer von häuslicher Gewalt oder sie wurden von ihren Familien verstossen.Verschiedene weit entfernt lebende Frauen wohnten während der Dauer der Ausbildungskurse im Zentrum. Andere bleiben längerfristig. So absolvieren beispielsweise drei Bewohnerinnen die Maturität. Alle Frauen und Mädchen kommen aus sehr armen Familien. Ohne den Aufenthalt in Dast-e-Shafqat wäre für sie der Zugang zu Bildung oder zu Arbeit komplett ausgeschlossen. Unter den jüngeren Bewohnerinnen befinden sich mehrere Halbwaisen. Ohne männliches Familienoberhaupt haben sie in ihren Heimatdörfern eine sehr schwierige Stellung. Sie riskieren eine frühe Zwangsverheiratung aus finanziellen Gründen, was die Gefahr von häuslicher Gewalt und Missbrauch drastisch erhöht.

Sensibilisierung und Austausch
Mit Workshops und Diskussionsgruppen sensibilisieren wir auf die Problematik der Gewalt gegen Frauen - vor allem der häuslichen Gewalt - und machen auf psychologische und juristische Möglichkeiten aufmerksam. Durch die Diskussionsgruppen wird jedoch vor allem auch eine Plattform für den geschützten Austausch von Gewalterfahrungen geschaffen.

Finanzen
Die Betriebskosten des Projektes Dast-e-Shafqat vor Ort betrugen 2007 rund Fr. 24'200.-, wovon Fr. 10'100.- durch Spendeneinnahmen gedeckt werden konnten. Rund ein Viertel der Ausgaben stehen im Zusammenhang mit einmaligen, mit dem Aufbau verbundenen, Einrichtungs- und Anschaffungskosten. Als Eigenleistungen sind im Wesentlichen die unentgeltliche Arbeit der Schweizer MitarbeiterInnen vor Ort, sämtliche in der Schweiz anfallenden Kosten für Administration, Unterhalt der Website und Mittelbeschaffung sowie die Flugkosten zwischen der Schweiz und Pakistan zu nennen.

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May 12,2008
Dast-e-Shafqat unterstützen
Verhelfen Sie Frauen und Mädchen in Pakistan zu einem menschenwürdigen Leben.
Jeder Betrag ist wichtig - ob gross oder klein.

PC 60-450698-9

 (LivingEducation/Frauenprojekte Dast-e-Shafqat)

IBAN CH63 0900 0000 6045 0698 9

Herzlichen Dank für Ihre Solidarität!
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February 26,2008
Artikel zu Menschenrechtsthemen in Pakistan
"Ehrenmorde"
Pakistan ist das Land mit den meisten Ehrenmorden auf der Welt. Jeden Tag werden in Pakistan mindestens vier Frauen Opfer von Ehrenmorden. Morde im Namen der Ehre werden solche Morde genannt, die an Personen (meist Frauen) begangen werden, die bezichtigt werden, die Ehre der Familie oder der Gesellschaft verletzt zu haben. Zur Wiederherstellung der Ehre wird die betroffene Frau getötet. Ehrenmorde haben ihre Wurzeln in der patriarchalischen Gesellschaft Pakistans, in der Frauen als Besitz ihrer männlichen Angehörigen angesehen werden. Der Wiederherstellung der Ehre wird meist eine so grosse Bedeutung beigemessen, dass die Täter in der Regel straflos ausgehen. Der Ehrenmord  kann auch zum finanziell einträglichen Geschäft werden: In gewissen Regionen Pakistans gibt es offiziell keine Ehrenmorde. Dort ist es für Polizisten ein lukratives Geschäft, Morde an Frauen als Selbstmorde und Unfälle zu registrieren und dafür von den Ehrenmördern ein Entgelt einzukassieren. Rein aufgrund des finanziellen Aspekts ist die Polizei nicht interessiert, diesen Morden ein Ende zu setzen. Wenig an Kooperation interessiert ist die Polizei, wenn es darum geht, Anzeigen von durch Ehrverbrechen bedrohten Frauen entgegenzunehmen oder ihnen Schutz zu bieten, wenn sie von ihren Männern oder Familienmitgliedern misshandelt werden.

Geburtenregistrierung
Pro Jahr werden weltweit mindestens 50 Millionen Jungen und Mädchen nicht registriert. Viele dieser Kinder kommen aus Pakistan. In Pakistan werden nur ungefähr 10 - 30% der Kinder offiziell registriert. Dies hängt häufig mit der Unwissenheit der Eltern zusammen, dass sie die Geburt ihres Kindes registrieren müssen. Oftmals verstehen die Eltern auch die Notwendigkeit einer Registrierung nicht und sehen in ihr nur einen überflüssigen bürokratischen Akt. Dazu kommt ein Mangel an Möglichkeiten, gerade in ländlichen Gebieten, eine solche Registrierung überhaupt vornehmen zu können.
Eine Geburtenregistrierung ist keine Garantie für Schutz, einen Zugang zu Bildung oder Gesundheitsversorgung. Aber das Fehlen einer Geburtsurkunde und damit einer offiziellen Existenz macht den Zugang zu diesen grundlegenden Rechten noch viel schwieriger und ein Ausweg aus der Armut wird praktisch verunmöglicht. Die Durchsetzung vieler rechtlicher Bestimmungen, die mit dem Alter zu tun haben, wird bei einer fehlenden Registrierung verunmöglicht. So beispielsweise die Bestimmungen in Bezug auf das Schutzalter (sexuelle Aktivität), das Heiratsalter oder den besonderen Schutz, den Kinder in Bezug auf die Arbeitstätigkeit oder das Strafsystem haben. Vor allem in ländlichen Gebieten und in armen Bevölkerungsschichten, neigen Eltern dazu, ihre Töchter schon im Pubertätsalter zu verheiraten. Ein Mädchen gilt ab der ersten Menstruationsblutung als heiratsfähig. Aber auch grosse Armut und sozialer Druck bringen die Eltern dazu, Mädchen zu verheiraten, die erst 12 oder 13-jährig sind. Ein Geburtszertifikat könnte selbstverständlich nicht alle Kinderheiraten verhindern. Würden jedoch solche Zertifikate vorliegen, hätte die Justiz wenigstens eine Chance einzugreifen und schlimmste Fälle zu unterbinden. Immer wieder werden in Pakistan Minderjährige StraftäterInnen wie Erwachsene behandelt und gemeinsam mit diesen festgehalten und vor Gericht gestellt. Häufig werden diese Jugendlichen dabei Opfer von Misshandlung und sexuellem Missbrauch. Auch kommt es immer wieder vor, dass Minderjährige zum Tod verurteilt werden, was gemäss internationalem Recht und pakistanischer Gesetzgebung verboten ist. Ohne Geburtsurkunde haben jedoch solche Jugendliche keine Chance, ihr wirkliches Alter zu beweisen.

Kinderarbeit
Gemäss einer Schätzung des UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, aus dem Jahr 2003 gibt es in Pakistan rund acht Millionen KinderarbeiterInnen unter 14 Jahren. Mit dem Begriff KinderarbeiterInnen sind jene Kinder gemeint, die ohne elterliche Aufsicht als Angestellte arbeiten - davon viele als sklavenähnliche SchuldarbeiterInnen - und nicht Kinder, die zum Beispiel im Landwirtschaftsbetrieb oder dem Gewerbe ihrer Eltern mitarbeiten.


Grosse Armut zwingt viele Kinder schon früh in die Arbeit und verhindert, dass sie zur Schule gehen können. Gleichzeitig ist Kinderarbeit jedoch auch wieder ein Grund für weitere Armut. Solange die Kinder arbeiten und sich keine Bildung aneignen können, wird die Familie und damit  die nächste Generation auch nicht aus dem Armutskreislauf herauskommen.

Unter den KinderarbeiterInnen beträgt der Anteil der Mädchen rund 30%. Kinder - vor allem Mädchen - die als Hausangestellte arbeiten, sind in Pakistan ein bekanntes und sozial breit akzeptiertes Phänomen. Knaben arbeiten vor allem in verschiedenen Industriebereichen (Ziegelherstellung, Teppichwebereien, Metallverarbeitung, mechanische Betriebe, Minen, Strassenbau) sowie in der Landwirtschaft.

Mädchen, die als Hausangestellte in privaten Haushalten arbeiten, verlassen ihr Elternhaus häufig schon im Alter von acht bis neun Jahren. Sie wachsen in einem fremden Umfeld, ohne familiäre Geborgenheit und Liebe auf. Viele Mädchen werden Opfer von Missbrauch, psychischer, physischer und sexueller Gewalt. Im Gegensatz zu anderen Kinderarbeitsbereichen wie zum Beispiel der Landwirtschaft geschieht die Hausarbeit hinter verschlossenen Türen. Da die Mädchen von ihren Familien getrennt sind und unter Umständen jahrelang keinen persönlichen Kontakt zu Eltern oder anderen Familienangehörigen haben (dürfen), sind sie zusätzlich anfällig für Ausbeutung und Missbrauch. Besonders schlimm ist die soziale Abhängigkeit und Isolation der Mädchen. Viele leiden unter Depressionen, Schlafstörungen, chronischer Angst und lähmender Passivität. Sehr viele Hausmädchen arbeiten unter sklavenähnlichen Bedingungen, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Sie leben häufig in behelfsmässigen Verschlägen oder Abstellkammern und riskieren, bei Krankheit /Arbeitsunfähigkeit verstossen und auf die Strasse gestellt zu werden.

Die Löhne sind in der Regel so tief, dass die Mädchen zwar an den Lebensunterhalt ihrer Familien beitragen können. Es ist jedoch unmöglich, dass sie etwas Geld sparen können, um sich vielleicht einmal aus dem Abhängigkeitsverhältnis zu lösen. Die Mädchen werden zudem häufig beschuldigt, Geld oder irgendeinen Haushaltsgegenstand gestohlen zu haben. Als Konsequenz wird ihnen solange kein Lohn ausbezahlt, bis der „gestohlene" Betrag zurückbezahlt ist. Die betroffenen Mädchen haben keine Möglichkeit, sich zu verteidigen und sind ihren Arbeitgebern schutz- und rechtlos ausgeliefert.

Auch das Weiterreichen einer minderjährigen Hausangestellten von Haushalt zu Haushalt, von Arbeitgeber zu Arbeitgeber, kommt immer wieder vor. Die Mädchen müssen oft nicht nur für die sexuellen Bedürfnisse ihrer Arbeitgeber herhalten, sondern werden auch an deren Freunde ausgeliehen.

Ungenügender Zugang zu Bildung für Frauen und Mädchen
Pakistan gehört zu den Ländern mit der höchsten Analphabetismusrate weltweit. Rund 70% der pakistanischen Mädchen und Frauen sind Analphabetinnen. Die Rate der weiblichen Analphabetinnen ist damit um einiges höher als diejenige der Jungen und Männer. Besonders hoch ist der Analphabetismus in ländlichen Regionen und in den an Afghanistan angrenzenden Stammesgebieten. Nur rund 1-2% der Mädchen und Frauen in dieser Region sind irgendwann einmal zur Schule gegangen. Aktuell werden zwischen 40 -50% aller pakistanischen Mädchen eingeschult. Der Schulbesuch dauert jedoch häufig nicht sehr lange. Vor allem Mädchen aus der armen Bevölkerungsschicht besuchen häufig die Schule nur bis zum Grundabschluss, das heisst bis zur fünften Klasse. Die Gründe dafür liegen einerseits im fehlenden oder zu teuren  Angebot an weiterführenden Schulen, andererseits aber auch an der weit verbreiteten Überzeugung, dass weibliche Bildung nicht nötig resp. sogar schädlich ist.
In vielen Dörfern und Regionen gibt es kein weiterführendes Schulangebot oder nur in Form von Privatschulen, die sich eine Mehrheit der PakistanerInnen nicht leisten können. Eine Alternative für viele sind die unentgeltlichen Koranschulen (Medressen), die eine islamische Bildung ermöglichen. Ihr Besuch ist kostenlos und die Kinder und Jugendlichen erhalten zudem kostenlose Verpflegung und Unterkunft. In vielen Medressen wird nur Koranunterricht  angeboten, immer mehr dieser Schulen unterrichten jedoch auch Fächer wie Mathematik und Englisch. Koranschulen haben vor allem seit den Anschlägen des 11. September 2001 einen schlechten Ruf erlangt, da einige dieser Einrichtungen enge Kontakte zu verbotenen extremistischen Gruppen unterhalten und einen radikalen Islam predigen.
Der Lebensweg einer Mehrheit der Pakistanerinnen ist vorgezeichnet: Frühe Verheiratung und danach ein ausschliessliches Leben als Hausfrau und Mutter. Da es vielen Pakistanerinnen aus kulturellen Gründen nicht gestattet ist, ausserhalb des eigenen Hauses zu arbeiten, erachten viele Eltern den Schulbesuch und die Ausbildung von Mädchen als unnötig und als reine Geldverschwendung. Analphabetismus von Mädchen und Frauen steigert jedoch deren Abhängigkeit und erhöht die Gefahr, dass auch ihre Töchter keinen Zugang zu Bildung erhalten.
In allen Provinzen und den grössten Städten gibt es Universitäten. Jedes Jahr bleibt Hunderttausenden begabten jungen Frauen ein Universitätsstudium verwehrt, weil sie nicht im näheren Einzugsgebiet dieser Institutionen leben. Aus kulturellen Gründen ist es den meisten jungen Frauen nicht gestattet, ihr Elternhaus zu verlassen und zum Beispiel in einem Wohnheim für Studentinnen zu wohnen. Dazu kommt, dass die meisten Familien auch die Kosten für eine solche externe Unterbringung nicht aufbringen können. Der Besuch von höheren Schulen bleibt nach wie vor den Töchtern einer kleinen, privilegierten Mittel- und Oberschicht  vorbehalten, die in der Regel in den grossen Städten lebt.
Obwohl Pakistan nur etwa zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts für Bildung ausgibt (die UNESCO empfiehlt 6 Prozent), konnten die Alphabetisierungsrate und das allgemeine Bildungsniveau in den vergangen Jahrzehnten beachtlich gesteigert werden. Dies ist vor allem auf die Schulangebote des Privatsektors und von Nichtregierungsorganisationen zurückzuführen.
Der Bildung von Frauen droht seit ein paar Jahren in gewissen Gebieten eine neue Gefahr. Vor allem in den nordwestlichen Gebieten hat in den letzten Jahren der Einfluss radikaler islamischer Kleriker stark zugenommen, gemäss deren Ideologie es keinen Grund für Frauen und Mädchen gibt, sich ausserhalb des Hauses aufzuhalten. Den Schulbesuch für Mädchen lehnen sie strikt ab. Um ihr Ziel zu erreichen, werden Eltern und LehrerInnen bedroht und sogar Mädchenschulen zerstört. Viele Eltern wagen es in diesem Klima nicht, ihre Mädchen zur Schule gehen zu lassen.

Women's Protection Bill

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April 10,2007
Diverse Berichte
Offizielle Eröffnung mit der Schweizer Botschaft
Im Beisein von Herrn und Frau Konstantin und Annette Obolensky von der Schweizer Botschaft in Islamabad fand am 4. April 2007 die offizielle Eröffnung des Frauenzentrums Dast-e-Shafqat statt. In ihrer Ansprache an die versammelten Gäste, Kursbesucherinnen und Bewohnerinnen des Zentrums drückte Frau Obolensky ihre grosse Besorgnis über die Situation der Frauen in Pakistan aus. Im Besonderen thematisierte sie die gravierende Gewaltproblematik, die rechtliche Situation der Frauen und deren ungenügenden Zugang zu Bildung und Entwicklung. Frau Obolensky unterstrich die Wichtigkeit von Projekten wie Dast-e-Shafqat und zeigte sich in ihrer Rede solidarisch mit weiblichen Opfern von Gewalt. Sie ermutigte alle Anwesenden, sich gemeinsam gegen Gewalt und für die Menschenrechte von Frauen in Pakistan einzusetzen. Bilder der Eröffnung in der Rubrik „Fotogalerie".

Diplomübergabe am 7. November 2007

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March 10,2007
Massnahmen zur besseren Verankerung des Projekts in der Bevölkerung

Die Befürchtung, dass eine Anlauf- und Beratungsstelle für Frauen Sozialstrukturen gefährdet oder in Frage stellt, ist gross. Als vertrauensbildende Massnahme bieten wir seit Oktober 2006 kostenlose Nachhilfestunden für Kinder aus armen Familien, deren Eltern häufig Analphabeten sind, an. Weiter wurde im Herbst ein Seminar für Kindergärtnerinnen durchgeführt. Ebenfalls im Herbst fanden erste Computerkurse statt. Die Reaktionen auf diese Massnahmen sind sehr positiv und helfen stark mit, das Projekt zu etablieren und in der Bevölkerung zu verankern.  Für den weiteren Ausbau der Anlaufstelle und die Arbeit mit Frauen, die von Gewalt betroffen sind, müssen in den kommenden Monaten gute Beziehungen zur lokalen Politik und der Polizei aufgebaut werden.
 
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July 01,2006
Anlaufstelle und Schutzhaus Dast-e-Shafqat nehmen Betrieb auf
Die Anlauf- und Beratungsstelle konnte Ende April 2006 fertig gebaut und gleichzeitig mit dem Schutzhaus bezogen werden. Die Anlaufstelle und das Mehrzweckgebäude, das sich noch im Bau befindet, wurden traditionell konzipiert und weisen eine einfache und naturbelassene Bauweise auf. Die Anlaufstelle ist komplett eingerichtet mit Computerarbeitsplatz, Empfangs- und Warteraum für Besucherinnen und Besucher sowie Rückzugsmöglichkeiten für Gespräche. Das Schutzhaus verfügt über mehrere Aufenthalts- und Schlafräume und bietet viel Platz für Frauen und Kinder, die vor Gewaltsituationen Zuflucht suchen. Fotos zur Aufbaupase finden sich unter der Rubrik "Fotogalerie".

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